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Der CO2-Ausstoß der Lebensmittelindustrie

Veröffentlicht am:
Dec 17, 2019

Spargel aus Peru, Orangen aus Südafrika und Papaya aus Brasilien: Heutzutage haben wir das Privileg, Lebensmittel aus aller Welt ständig verfügbar zu haben. Wir können leckeres Gemüse und exotische Früchte essen, welche vor ein paar Tagen noch auf der anderen Seite des Planeten für uns geerntet wurden.

Und was ist schlimm daran? Ist es nicht toll, dass die Globalisierung so etwas möglich macht?

Es wäre alles schön und gut, wären da nicht die enormen Auswirkungen auf das Klima. Tatsächlich wissen viele Menschen gar nicht, dass der Konsum von importierten und massenproduzierten Lebensmitteln negative Folgen mit sich bringt und unserer Umwelt schadet.

Rund 84% der in Deutschland verbrauchten Lebensmittel kommen auch aus Deutschland. 4% kommen aus der Übersee und der Rest aus Europa. Produkte aus Europa belasten das Klima etwa zwei- bis dreimal mehr als regionale Lebensmittel.

Das klingt alles zwar gar nicht schlecht, doch macht der Transport dieser 4% aus der Übersee ein Drittel der ganzen Lebensmittel-Wegstrecken in Deutschland aus.

Schon dadurch wird deutlich, was für eine massive Menge an CO2 wir sparen könnten, wenn wir diesen kleinen Teil an Lebensmitteln aus der Übersee weglassen würden. Diese Produkte werden mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug transportiert.

https://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/wirkung-von-lebensmittel-transporten-auf-umwelt-infografik

Insgesamt werden fast 52000 Tonnen Nahrungsmittel jährlich nach Deutschland mit dem Flugzeug eingeflogen. Wir könnten für 1 kg Gemüse, welches aus der Übersee mit dem Flugzeug transportiert wurde, fast 90kg Gemüse in Deutschland konsumieren.

Ganz ohne Importe ist es natürlich schwierig, denn Kaffee, Bananen, Tee etc. wachsen nicht bei uns. Wir könnten aber klein anfangen, und zunächst nur die importieren Lebensmittel kaufen die wir nicht in Deutschland anbauen können. Schon dadurch könnten wir unseren Co2 Verbrauch um 22% reduzieren. Hört sich garnicht schlecht an oder? Und das ohne wirklichen Aufwand, mithilfe von Emmas.app.

https://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/wirkung-von-lebensmittel-transporten-auf-umwelt-infografik

Auch in den Supermärkten gibt es mittlerweile ein großes Angebot an regionalen Lebensmitteln. Doch leider wird der Verbraucher oft getäuscht. Produkte werden dann zwar in Deutschland produziert, aber für die weitere Verarbeitung (z.B. die Verpackung) ins Ausland gebracht. Dann kommen sie wieder ins Regal in Deutschland und sind als “regional” gekennzeichnet, obwohl sie einen langen Transportweg hinter sich haben. Daher kann man sich oft nur bei regionalen Anbietern wirklich sicher sein.

Neben der Herkunft der Lebensmittel, ist auch entscheidend, wann sie Saison haben. Denn auch in Deutschland produzierte Produkte müssen oft lange gelagert und gekühlt werden, damit sie außerhalb der Saison konsumiert werden können. Das schafft natürlich ebenfalls einen enormen CO2-Ausstoß. Auch haben saisonale Lebensmittel meist nur einen Transportweg von 100km hinter sich.

Was schließen wir also daraus? Um nachhaltig zu leben, ist unsere Ernährung ein sehr wichtiger Aspekt, der einen großen Einfluss auf die gesamte CO2-Bilanz hat. Wir sollten daher hauptsächlich regionale und saisonale Produkte kaufen, um eine sichere Zukunft für uns und die späteren Generationen zu schaffen.

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